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Geschichten und Erzählungen

17.07.2026 – Über die Prinzen und die Engel: Zitate, die bleiben.

Ich lese gerade ein Buch von Peter Sloterdijk: Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute.

Und im Kapitel 1 “Zeichen von oben: Charismatische Macht” finde ich Folgendes auf Seite 59:

Wir vollziehen nun den Sprung in eine andere Gattung von Argumenten und virtuell in ein anderes Buch: Eine energetische Anthropologie, auf dieser Stufe ihrer Selbsterklärung, kann sich nur in Form einer personalen Medienlehre verwirklichen. Ihr Grundwort ist die oft unbeachtete Präposition „Durch“ – das Kennwort der menschlichen Leitfähigkeit, die den technischen Medien vorangeht. Sie wirkt auf stille Weise mit bei allen Versuchen zu verstehen, wie die von Abraham Lincoln in einer Rede von 1861 beschworenen „besseren Engel unserer Natur“ in uns tätig werden, um „durch uns“ das Werk der schlechteren zu begrenzen.

Ich las dieses Zitat, während ich vor zwei Wochen im Zug saß und nach Wien raste.

Diese Textzeilen kamen zu mir als große und magische Überraschung. Es geht hier um einen Text von großer Bedeutung und von jener Relevanz, die einen über Tage beschäftigt. Zum Beispiel, als ich frisch von der U-Bahn an der Donauinsel ausgestiegen war und gleich von einer Alltagsszene berührt wurde.

Ein schneller Fahrradfahrer schien den Eindruck zu haben, dass etwa ein Dutzend Touristen ihm den Weg versperrte. Aus der Distanz konnte ich das Grüppchen nur ungenau sehen.

Plötzlich fing der Fahrer an, „Achtung“ immer lauter zu schreien: der dritte Schrei kam am lautesten an und die Architektur der Unterführung als größter Lautsprecher machte dies noch schlimmer. Ich bewegte mich weiter, genauso wie der Mann. Um wenige Zentimeter fuhr er den einen nicht über.

Erst dann wurde mir bewusst, dass diese älteren Frauen und Männer der Gruppe, die in Wien zu Besuch war, gehörlos waren und den fürchterlichen Schrei des Passanten nicht hätten wahrnehmen können.

Ich grübelte weiter und stellte mir vor, wie wir uns alle im Alltag in unserer eisernen Sicherheit bergen, nachdem wir der Auffassung sind, dass sie auf stabilem Boden verankert worden sei. Es ist aber eigentlich so, dass es immer um Perspektiven geht, die wir für unsere halten. Das ist mein Eindruck, zumindest als Privilegierter Leser dieses Buches von Sloterdijk.

So läuft es eben im Zeitalter der gewöhnlichen Leute, wenn man meint, dass es möglich sei, in einer Welt der Prinzen und Erben leben zu dürfen, während man eigentlich ein Puppentheater erlebt, dessen Fäden die Engel ziehen.

Die Relevanz dieser Worte besteht also darin, zu verstehen, dass wir unsere Grenzen erst überwinden können, wenn wir unsere Herzen fürs Gute bereithalten.

Nur so kann es sein, dass wir als Fürsten oder Prinzessinnen uns um unsere Erben kümmern.

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Sometimes reality goes beyond what you imagine and the time has come for me to see what I could not imagine.

I will turn the page, well aware that my heart won't find peace until I am able to name each and every one of the peaks in the photos.

It was a blast, Innsbruck. Now let's get the best out of what's left.

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7.12.2025

Die heurige Alpinmesse war der perfekte Anlass, viele Leute und Freunde zu treffen und an tolle Gespräche teilzunehmen. Insbesondere eins.

Ich hatte einen Drink und viele Themen, worüber ich sprechen wollte. Dann drehte ich mich um und ein Herr verriet seine eidgenössische Freundlichkeit mit drei Worten.

Wie jedes Jahr am Abend ist die Musik laut und man muss schreien um sich zu verstehen. Auf jeden Fall erzählt er mir, er sei Polizist im Kanton Graubünden und käme sehr gerne immer wieder zum Termin der Alpinmesse, um die Neuigkeiten zu sehen. Zwischen Kleidung, Skis, Kletterschuhen, Vorträgen und dem üblichen Boulderwettkampf.

Er erzählt mir davon, dass wir Bergmenschen seien und uns ganz gut verstehen, weil wir ähnliche Werte teilen, die einfach und gesund sind. Ich rede über dieses eine Mal, wo es ein Meter Neuschnee über Nacht in Ampezzo kam. Damals bin ich aufgestanden und wusste, ich hätte nur Schnee geschaufelt und so die Zeit genossen. Olympia steht auch bevor und die daran Beteiligten haben Großartiges geleistet. Man sieht in mir die Magie, die man in den ampezzaner Gassen spürt.

Wir verabschieden uns lächelnd und werden uns wahrscheinlich nächstes Jahr treffen!

Diese Woche am Mittwoch kam ich von dem Weihnachtsfeier mit meinen Kolleginnen und Kollegen zurück und wanderte zwischen den Bergen Serles, Patscherkofel, Hafelekar oder der Brandjochspitze. Ich dachte wieder an dieses Treffen vor zwei Wochen: wir sind Bergmenschen, unverblümt, direkt und zu einfachen aber unendlichen Werten gebunden. Keine Sprache, Grenze, Etikett, Markierung, Künstliche Intelligenz oder kein Beweis der Moderne werden uns ändern. Wie die wunderbaren Berge, die wir Heimat nennen dürfen 🏔️

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„In der Küche kann man nicht lügen. Gottheiten gibt es auch keine. Sie mögen ebenfalls mit Ihnen nichts anfangen können. Ein Omelett kochen Sie oder kochen Sie nicht. Zwiebeln schneiden, eine Pfanne schütteln, diesen Tanz mit den anderen Köchen und Köchinnen synchron treiben. Immer und immer wieder von Anfang an Erfahrungen verwirklichen, sodass all die Gerichte, die auf der Speisekarte stehen genau so schmecken, wie sie sollen. All das können Sie oder können Sie nicht. Kein Zeugnis, kein Schwachsinn, kein Versuch, sich irgendetwas einzureden, werden die grundlegenden Fakten ändern. Kochen ist die letzte Meritokratie – eine Welt des Absoluten. Man weiß ja immer, wie der Tag verlief.“
— Anthony Bourdain
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30.04.2025 – Rumer Spitze – 2454 über dem Meeresspiegel

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